Gastlosenrunde bei Jaun – Rundwanderung um die «Dolomiten der Schweiz»
Schon länger hatte ich die Gastlosenrunde bei Jaun auf meiner Wanderliste. Die markante Bergkette mit ihren steilen Kalkfelsen sieht schon von Weitem beeindruckend aus – und einmal rundherum führt eine der wohl schönsten Rundwanderungen der Region.

An einem Sommerwochenende habe ich mich alleine auf den Weg gemacht. Um mir den ersten Aufstieg zu sparen, bin ich in Jaun mit dem Sessellift hochgefahren und direkt von der Bergstation gestartet.
Was mich erwartet hat: Eine landschaftlich wunderschöne und abwechslungsreiche Rundwanderung mit tollen Ausblicken, aber auch zwei Stellen, die aus meiner Sicht etwas Schwindelfreiheit erfordern. Und: Wer die Gastlosenrunde am Wochenende wandert, ist definitiv nicht allein unterwegs.
In diesem Artikel zeige ich dir meine Route, die schönsten Abschnitte und verrate dir, welche Stellen ich persönlich als etwas anspruchsvoller empfunden habe.
Auf einen Blick
📍 Region: Jaun, Kanton Freiburg
☀️ Jahreszeit: Sommer
🥾 Aktivität: Gastlosen-Rundwanderung
🚠 Start & Ziel: Bergstation des Sessellifts in Jaun
🔄 Laufrichtung: Gegen den Uhrzeigersinn
📏 Distanz: 11,16 km laut meiner Sportuhr
⏱️ Wanderzeit: ca. 4,5 Stunden ohne längere Pausen
⬆️ Aufstieg: ca. 715 Höhenmeter
⬇️ Abstieg: ca. 710 Höhenmeter
⛰️ Höchster Punkt: 1.936 m
👀 Anforderungen: Trittsicherheit und an einzelnen Stellen Schwindelfreiheit
👥 Andrang: Am Wochenende bei schönem Wetter sehr gut besucht
🎟️ Magic Pass: Sessellift inklusive
Die Tourdaten stammen von meiner Sportuhr und können je nach GPS- und Höhenmessung etwas von den offiziellen Angaben abweichen.
Mit dem Sessellift zum Ausgangspunkt
Meine Gastlosenrunde startet ganz entspannt mit der Fahrt im Sessellift ab Jaun. Mit dem Magic Pass ist die Fahrt inklusive, sodass ich mir die zusätzlichen Höhenmeter vom Tal sparen und direkt oben mit der eigentlichen Rundwanderung beginnen konnte.
An der Bergstation gibt es übrigens nicht nur den Einstieg in die Wanderung. Für Kinder warten hier ein kleiner Spielplatz und eine Hüpfburg und direkt daneben gibt es ein kleines Bistro. Gerade mit Kindern kann man hier also vor oder nach einer Wanderung noch etwas Zeit verbringen.

Von der Bergstation bin ich gegen den Uhrzeigersinn um die Gastlosen gestartet. Insgesamt zeigte meine Sportuhr am Ende 11,16 Kilometer und rund 715 Höhenmeter bergauf sowie 710 Höhenmeter bergab an. Der höchste Punkt der Tour lag laut Uhr auf 1.936 Metern.
Für die gesamte Runde würde ich ungefähr 4,5 Stunden reine Wanderzeit einplanen, wenn man keine längeren Pausen macht. Wer unterwegs ausgiebig fotografieren, einkehren oder einfach die Aussicht geniessen möchte, sollte entsprechend mehr Zeit einrechnen.
Und gerade bei dieser Wanderung lohnt es sich, nicht zu knapp zu planen: Die Landschaft rund um die Gastlosen ist viel zu schön, um einfach nur durchzulaufen.
Meine Wanderung beginnt ganz entspannt: Statt bereits im Tal die ersten Höhenmeter zu sammeln, nehme ich in Jaun den Sessellift nach oben. Mit dem Magic Pass ist die Fahrt mit dem Sessellift inklusive, was die Gastlosenrunde natürlich besonders attraktiv macht, wenn man den Pass sowieso hat. So startet die eigentliche Wanderung direkt in den Bergen und man kann sich die Kräfte für die Runde aufsparen.

Schon kurz nach dem Start wird klar, warum die Gastlosen manchmal auch als die «Dolomiten der Schweiz» bezeichnet werden. Die schroffen, hellen Felswände ragen eindrucksvoll über den grünen Alpweiden auf und begleiten mich während eines grossen Teils der Wanderung.
Dabei verändert sich die Perspektive auf die Bergkette ständig. Genau das macht für mich den Reiz dieser Tour aus: Man läuft nicht einfach auf einen Gipfel und wieder zurück, sondern umrundet die Gastlosen komplett und lernt dabei ihre ganz unterschiedlichen Seiten kennen.
Eine unglaublich abwechslungsreiche Runde
Die Landschaft auf der Gastlosenrunde hat mich wirklich begeistert. Mal führt der Weg über offene Alpweiden mit weitem Blick über die umliegenden Berge, dann kommt man den gewaltigen Felswänden wieder ganz nah.

Dazwischen gibt es immer wieder Abschnitte, an denen ich einfach stehen bleiben und schauen musste.
Gerade weil die Tour eine Rundwanderung ist, wird es landschaftlich nie langweilig. Hinter jeder Kurve wartet eine etwas andere Perspektive und die Gastlosen sehen je nach Standort komplett anders aus.
Zwei Stellen, die etwas Schwindelfreiheit erfordern
Auch wenn die Gastlosenrunde für geübte Bergwanderer grundsätzlich gut machbar ist, würde ich sie nicht komplett unterschätzen.
Zwei Stellen sind mir besonders in Erinnerung geblieben.
Diese Stelle würde ich als „erste Schlüsselstelle“ bezeichnen. Hier braucht es neben Trittsicherheit auch ein wenig Kraft. Die Stelle ist allerdings mit einer Kette entschärft, an der man sich festhalten und unterstützen kann.

Kurz darauf bei einer zweiten Passage ist der Weg exponierter und wer Probleme mit Höhe hat, könnte sich hier etwas unwohl fühlen. Der Grat ist auf beiden Seiten ausgesetzt. Es sind nur ein paar Meter, die man so überwindet, aber Schwindelfreiheit ist aus meiner Sicht definitiv hilfreich.

Beide Passagen waren für mich gut machbar, aber ich finde es wichtig, sie zu erwähnen. Gerade bei Wanderungen liest man schnell einmal nur von der wunderschönen Landschaft – und steht dann plötzlich überrascht vor einer exponierteren Stelle.
Gute Wanderschuhe, Trittsicherheit und eine gewisse Erfahrung auf Bergwegen würde ich für diese Runde deshalb voraussetzen. Wanderstöcke sind ebenfalls hilfreich um die Knie zu schonen.
Am Wochenende ziemlich viel los
Was mich an diesem Tag etwas überrascht hat, war die Menge an Menschen auf der Runde. Ich war an einem Wochenende bei schönem Sommerwetter unterwegs – und entsprechend gut besucht war die Wanderung.

Wer Einsamkeit in den Bergen sucht, sollte für die Gastlosenrunde deshalb nach Möglichkeit einen Wochentag wählen oder früh starten.
Andererseits verstehe ich natürlich, warum die Tour so beliebt ist: Die Landschaft ist wirklich aussergewöhnlich schön und durch den Sessellift ist der Ausgangspunkt bequem erreichbar.
Mein Fazit zur Gastlosenrunde
Die Gastlosenrunde hat ihren Platz auf meiner Wanderliste definitiv verdient. Die Kombination aus schroffen Felswänden, grünen Alpweiden und immer neuen Ausblicken macht die Tour unglaublich abwechslungsreich.

Besonders gefallen hat mir, dass man die Gastlosen tatsächlich einmal komplett umrundet. Dadurch erlebt man die Bergkette aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und bekommt unterwegs immer wieder neue Fotomotive geboten.
Ganz als einfache Genusswanderung würde ich die Runde allerdings nicht bezeichnen. Die beiden etwas ausgesetzteren Stellen sollte man kennen, insbesondere wenn man nicht schwindelfrei ist. Wer trittsicher ist und sich auf Bergwegen wohlfühlt, bekommt dafür eine wirklich tolle Rundwanderung.
Mein einziger Minuspunkt war der Andrang. An meinem Wochenende war wirklich viel los. Wenn ich die Gastlosenrunde noch einmal machen würde, dann wahrscheinlich unter der Woche oder möglichst früh am Morgen.
Würde ich die Gastlosenrunde wieder wandern? Definitiv. Dann aber am liebsten mit etwas weniger Gesellschaft auf dem Weg.
